Ankommen und Eintauchen

Schon die Anreise am Samstag fühlte sich an wie ein kleines Ritual. Der bewährte Parkplatz, ein kurzer Fußweg – und schon standen wir vor dem Meliá, bereit für zwei Tage Kunst und Stadtleben. Kaum eingecheckt, zog es uns direkt raus: Am Fortunabüdchen begrüßten wir Düsseldorf, die Sonne und diesen besonderen Tag – ein Moment, der einfach dazugehört.

Eine kurze Shopping-Tour später ging es endlich los ins Festivalgeschehen. Erste Station: das K21. Und gleich ein echtes Highlight, das uns noch lange im Kopf bleiben sollte. Die Ausstellung von Jon Rafman faszinierte und irritierte zugleich – seine auf Google Street View basierenden Arbeiten wirkten wie ein Streifzug durch die verborgenen Skurrilitäten unserer Welt. Kaum zu greifen, manchmal verstörend, aber genau deshalb so intensiv.

Kunst trifft Politik und Rheinblick

Nach diesem starken Auftakt wechselten wir die Perspektive – und zwar wortwörtlich: Ein Abstecher zum Landtag ließ uns einen Blick ins Herz der nordrhein-westfälischen Politik werfen. Ein spannender Kontrast zur Kunstwelt und ein Gefühl dafür, wie vielfältig dieses Festival tatsächlich gedacht ist.

Weiter ging es Richtung Ehrenhof, wo sich Kunst, Architektur und sommerliche Leichtigkeit zu einem stimmungsvollen Tagesausklang verbanden. Hier wurde deutlich: Der Art:Walk lebt nicht nur von einzelnen Stationen, sondern vom Unterwegssein selbst – vom Schlendern, Entdecken und Staunen.

Sonntag mit Kölsch, Kostümen und kleinen Überraschungen

Der Sonntag begann – ganz nach lokaler Tradition – „schlüssel-gepflegt". Frisch gestärkt führte uns der Weg zur Oper, wo wir eigentlich hinter die Kulissen blicken wollten. Leider waren die begehrten Führungen bereits ausgebucht. Doch statt Frust erwartete uns ein unerwartetes Highlight: Eine beeindruckende Sammlung aus rund 70.000 Kleidern, Kostümen und Schuhen eröffnete eine ganz eigene Welt voller Geschichten, Glanz und Theatermagie.

Anschließend zog es uns in die Karlstadt – doch hier zeigte sich eine kleine Schwäche des Festivals. Die Bilker Straße blieb hinter unseren Erwartungen zurück: Weniger Besucher als erhofft, kaum echtes Festival-Flair. Schade, denn gerade hier hätte man sich mehr Leben und spürbare Begeisterung gewünscht.

Versteckte Perlen und müde Beine

Doch Düsseldorf wäre nicht Düsseldorf ohne seine charmanten Überraschungen. Ein spontaner Abstecher ins Marionetten-Theater entpuppte sich als echtes Juwel. Ein Blick hinter die Kulissen, in Werkstatt und Probenräume – faszinierend, detailverliebt und mit viel Leidenschaft gemacht.

Während der Tag weiter voranschritt, machten sich langsam unsere Beine bemerkbar: 30 Kilometer hatten wir bis dahin zurückgelegt. Aber aufgeben kam natürlich nicht infrage. Ein letzter Halt am Schlossturm rundete das Wochenende ab, bevor wir schließlich zufrieden – und ein wenig erschöpft – den Rückweg antraten.

Fazit: Ein gelungener Auftakt mit Potenzial

Dieses erste Art:Walk-Wochenende war für uns ein voller Erfolg. Ja, wir hätten uns stellenweise mehr Besucher und damit etwas mehr Festivalstimmung gewünscht. Doch gleichzeitig bedeutete das auch: keine langen Wartezeiten, mehr Raum für persönliche Eindrücke und entspannte Entdeckungen.

Vor allem aber bleibt das Gefühl eines Wochenendes, das Kunst, Stadt und Erleben auf eine ganz eigene Weise verbunden hat. Genau das macht Lust auf mehr.

Unsere Hoffnung?
Dass der Art:Walk Düsseldorf kommt, um zu bleiben – und im nächsten Jahr vielleicht noch ein Stück größer, lebendiger und bekannter wird.

Wir wären auf jeden Fall wieder dabei.